Zugang

Daten zugänglich machen ?

In der heutigen Forschungslandschaft spielt die Möglichkeit, anderen Forschenden den Zugriff auf Daten zu ermöglichen, eine zentrale Rolle. Daten sind längst nicht mehr ausschließlich für die eigene Forschung von Bedeutung, sondern haben eine breitere Relevanz erlangt. Die Konzeption von Datenpublikationen als eigenständige, zitierbare und dauerhafte Veröffentlichungen von digitalen Forschungsdaten gewinnt dabei an Bedeutung. Insbesondere Förderinstitutionen legen verstärkten Fokus auf die Publikation von Daten, um deren Nachnutzung zu fördern und die Transparenz wissenschaftlicher Erkenntnisse zu steigern. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Bedeutung der offenen Verfügbarkeit von Forschungsdaten für die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft.

  • Anderen Forschenden den Zugriff auf Daten ermöglichen, damit diese nachgenutzt werden können

  • Daten sind längst nicht mehr nur für die eigene Forschung relevant

  • Datenpublikationen sind eigenständige, zitierbare und dauerhafte Veröffentlichungen von digitalen Forschungsdaten

  • Förderer fordern vermehrt die Publikation von Daten

Benefit zugänglich gemachter Daten

Die Bereitstellung von Daten zur Wiederverwendung eröffnet eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen verhindert sie potenzielle Duplikationen, da bereits vorhandene Daten genutzt werden können. Dies trägt nicht nur zur Effizienz bei, sondern spart auch Ressourcen, die für wiederholte Datenerhebungen eingesetzt werden könnten.

Ein weiterer positiver Effekt ist die Steigerung der Zitierungen. Daten können ebenso wie wissenschaftliche Artikel zitiert werden, was die Anerkennung und Sichtbarkeit von Forschungsdaten erhöht.

Durch die Etablierung von Datenpublikationen wird auch die wissenschaftliche Integrität gestärkt. Die Veröffentlichung von Daten führt zu größerer Transparenz und ermöglicht eine bessere Nachvollziehbarkeit von Forschungsergebnissen. Dies trägt zur Vertrauensbildung innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft bei.

Schließlich fördert die Zugänglichkeit und Nachnutzung von bereitgestellten Daten die Weiterentwicklung der Forschung. Andere Forschende können die Daten verwenden, um neue Erkenntnisse zu generieren, innovative Ansätze zu verfolgen und somit den wissenschaftlichen Fortschritt insgesamt zu beschleunigen.

  • Wiederverwendung von Daten kann Duplikationen vermeiden

  • Steigerung der Zitierungen

  • Wissenschaftliche Integrität wird gestärkt

  • Nachnutzung zugänglich gemachter Daten

Aktivitäten Daten zugänglich zu machen

Die Veröffentlichung von Forschungsdaten erfordert eine sorgfältige Planung und Entscheidungsfindung in mehreren Aspekten. Zunächst einmal ist die Auswahl der Daten, die veröffentlicht werden sollen, von entscheidender Bedeutung. Hierbei gilt es, relevante und repräsentative Informationen auszuwählen, um einen Mehrwert für die Forschungsgemeinschaft zu bieten.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Festlegung von Urheberrechten und Lizenzen für die veröffentlichten Daten. Diese Schritte sind essenziell, um die Rechte der Datenersteller zu schützen und gleichzeitig eine angemessene Nutzung durch Dritte zu ermöglichen.

Die Wahl der Zugangsplattform ist ebenfalls von Bedeutung. Je nach Fachgebiet und Zielgruppe kann die Auswahl der Plattform variieren, wobei offene und leicht zugängliche Plattformen oft bevorzugt werden, um die Reichweite der Daten zu maximieren.

Die Verwendung von Metadaten ist ein weiterer kritischer Aspekt. Metadaten bieten Kontext und zusätzliche Informationen zu den veröffentlichten Daten. Sie helfen dabei, die Daten in den richtigen Zusammenhang zu setzen und ermöglichen anderen Forschenden eine bessere Interpretation und Nutzung der Informationen.

Um die Daten angemessen zu präsentieren, ist es wichtig, sie in einen Kontext zu setzen. Das bedeutet, die zugrundeliegenden Prozesse und Methoden zu beschreiben, die zur Erzeugung der Daten geführt haben. Zusätzlich können Verlinkungen zu weiteren Materialien und Ressourcen den Forschenden helfen, ein umfassenderes Verständnis der Daten zu entwickeln und möglicherweise neue Forschungsrichtungen zu erkennen.

  • Auswahl der zu veröffentlichenden Daten

  • Urheberrechten und Lizenzen bestimmen

  • Zugangsplattform bestimmen

  • Verwendung von Metadaten

  • Daten in einen Kontext setzen

Trainingsmaterialien: Daten teilen und publizieren [1]

Reifestufen

Level

Reifestufe

Charakteristik

Level 1

Einstieg

Daten werden ad hoc und reaktiv zugänglich gemacht

Es sind keine Arbeitsabläufe für den Datenzugriff auf Projekt-/Organisationsebene vorhanden

Level 2

Geführt

Der Datenzugriff wird entsprechend definierter Richtlinien geplant und durchgeführt

Prozesse werden auf Projekt-/Organisationsebene beschrieben

Forschende wissen, wie Daten zugänglich gemacht werden sollen und es

stehen notwendige Ressourcen zur Verfügung

Level 3

Definiert

Der Datenzugriff wird auf Grundlage domänenspezifischer communityorientierter

Standards und Regularien charakterisiert

Spezifische Anforderungen werden auf Basis domänenorientierter Richtlinien

entwickelt und festgelegt

Der Datenzugang ist über die Projektlaufzeit gesichert

Level 4

Quantitativ

Geführt

Einführung und Festlegung von quantitativen Zielen

Metriken für die Verwaltung des Datenzugriffs werden definiert und angewendet

Die Qualität der zugänglich gemachten Daten wird gesichert

Level 5

Optimierend

Kontinuierliche Verbesserung des Datenzugriffs durch Technologie- und Prozessverbesserungen

Entwicklung und Überarbeitung von Best Practices

Level 1

  • Auf der Reifestufe 1 gibt es keine definierten Ziele, da das Zugänglichmachen von Daten intuitiv abläuft

  • Daten werden reaktiv auf Nachfrage zugänglich gemacht

  • Keine definierte Plattform, um Daten zugänglich zu machen

  • Die Ausführung ist dabei abhängig von der Motivation der/des Forschenden

Level 2

Ziele

Praktiken

5.2.1: Entwickeln Sie auf Projekt- oder

zur Organisation und Durchführung

der Zugänglichmachung von Daten

Festlegen, welche Daten geteilt werden sollen

Festlegen, für wen Daten zugänglich gemacht werden

dürfen

Festlegen, wie die Daten nachgenutzt werden dürfen

5.2.2: Stellen Sie sicher, dass die zugänglich

gemachten Daten anhand allgemeiner Beschreibungen

leicht auffindbar sind.

Beschreiben der Daten mit allgemeinen Metadaten

Bereitstellen der Daten mit einem Unique Identifier

5.2.3: Definieren Sie auf Projekt- oder

Organisationsebene den Speicherort der zugänglich

gemachten Daten so, dass der Zugang und das Auffinden

der Daten erleichtert werden.

Ermitteln und definieren von Anforderungen an die

projektinterne Nutzung eines Speicherorts

Auswahl und Bestimmung eines Speicherorts

(Repositorium)

Level 3

Ziele

Praktiken

5.3.1: Richten Sie das Management des Datenzugangs

nach fachspezifischen Communitystandards aus,

um eine effektive Zugänglichmachung zu gewährleisten.

Identifizieren und einbeziehen von gemeinschaftsweiten

Regelungen und Standards (Best Practices)

5.3.2: Passen Sie die Auffindbarkeit der Daten an

einen fachspezifischen Kontext an, um sicherzustellen,

dass die Daten für die Fachcommunity

leicht zugänglich sind.

Beschreiben der Daten mit fachspezifischen Metadaten

5.3.3: Gewährleisten Sie, dass die Daten mit anderen

Daten integrierbar sind und ohne weitere Systeme

interpretiert werden können,

um ihre Nutzbarkeit zu erhöhen.

Verwenden einer formalen, zugänglichen Beschreibung

zur Wissenspräsentation der Daten

Verweis auf prozessrelevante und verwandte (Meta-)Daten

5.3.4: Stellen Sie sicher, dass die zugänglich

gemachten Daten fachspezifischen Communitystandards

entsprechen und für die Nachnutzung geeignet sind.

Beschreiben von Daten mit kontextrelevanten Attributen

Teilen der Daten in einem etablierten Datenformat

Verwenden von domänenrelevanten Metadatenstandards

5.3.5: Überprüfen Sie, ob die verwendeten technischen

Systeme die definierten Standards und Anforderungen

der Fachcommunity erfüllen.

Entwickeln oder Auswahl eines technischen Systems,

das die Anforderungen der Standards erfüllt

Level 4

Ziele

Praktiken

5.4.1: Etablieren Sie quantitative Qualitätsziele

für den Datenzugang.

Identifizieren und einbeziehen von Metriken

Definieren von KPIs für die Qualitätskontrolle

Etablieren von quantitative Qualitätsziele

5.4.2: Stellen Sie sicher, dass die Datenqualität

der zugänglich gemachten Daten gewärhleistet wird.

Überprüfen der Ausführung im Hinblick auf definierte

relevante Merkmale

Einführen von Rückmeldungen zur Datenqualität

und Umsetzung

5.4.3: Implementieren Sie Qualitätssicherungsmaßnahmen

basierend auf technischen Lösungen, um eine

konsistente Datenqualität sicherzustellen.

Definieren von Überprüfungsmechanismen zur vollständigen

und korrekten Nutzung der technischen Systeme

Entwickeln von Qualitätssicherungsmaßnahmen für die

technischen Lösungen

Level 5

Ziele

Praktiken

5.5.1: Verbessern und passen Sie kontinuierlich und

proaktiv die definierten Prozesse

zur Datenzugänglichmachung an.

Verbessern und anpassen des Managements des

Datenzugangs auf Grundlage von Feedback und neuen

Standards des Fachbereichs

5.5.2: Entwickeln und passen Sie Prozesse im

Zusammenhang mit Strukturen, Plänen, Schulungen und

bewährten Verfahren kontinuierlich an.

Einsatz von bewährten Verfahren und Schulungen

Ständiger Austausch mit der Community und Umsetzung

neuer Standards

5.5.3: Evaluieren Sie regelmäßig die Technologien,

die den Datenzugang ermöglichen, und setzen

Sie Verbesserungen um.

Entwickeln und nutzen neuer technischer Standards

Austausch und Entwicklung technischer Systeme in der

fachspezifischen Community

Checkliste

Hier finden sie eine Checkliste zum selbeständigen überprüfen der Ziele und Praktiken der Reifestufen im eigenen Projekt.

Weiterführende Materialien

Auf der Internetseite Forschungsdaten.info sind weiterführende Informationen zu finden.

DataWiz (2017): Best Practices of Data Publication. Version Draft 0.2.

GO-FAIR

Referenzen

[1] Diese Trainingmaterialien sind entstanden im Rahmen der NFDI4Ing Special Interest Group RDM Training & Education.