Planung
Die Datenmanagementplanung
Planung im Kontext des Forschungsdatenmanagements (FDM) markiert den Startpunkt eines FDM-Prozesses. Dabei stehen die Forschungsdaten im Zentrum, die in einem Projekt verwendet, bearbeitet und/oder erzeugt werden. Die Planungsphase umfasst die strategische Organisation der Datensammlung, -dokumentation, -organisation und -aufbewahrung.
Ein zentrales Instrument in diesem Zusammenhang ist der Datenmanagementplan (DMP). Dieser Plan stellt sicher, dass alle Aspekte der Datenverwaltung abgedeckt sind, von der Datenerhebung bis zur Langzeitarchivierung. Förderinstitutionen legen zunehmend Wert auf einen detaillierten und durchdachten DMP als Teil des Antragsprozesses. Die Planungsphase legt somit den Grundstein für eine effektive und verantwortungsbewusste Handhabung von Forschungsdaten im gesamten Verlauf eines Projekts.
Beginn eines FDM-Prozesses
Zentrales Element sind Forschungsdaten, die in einem Projekt benutzt, bearbeitet und/oder erzeugt werden
Planung der Sammlung, Dokumentation, Organisation und Aufbewahrung dieser Daten
Förderinstitutionen erwarten einen ausgearbeiteten DMP
Zweck der Planung
Die Planung im Forschungsdatenmanagement erfüllt verschiedene zentrale Zwecke. Erstens zielt sie darauf ab, die langfristige Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Daten sicherzustellen. Durch eine strukturierte Planung werden Forschungsdaten so verwaltet, dass sie über den unmittelbaren Projektzeitraum hinaus erhalten bleiben und für künftige Nutzung zur Verfügung stehen.
Zweitens erleichtert eine frühzeitige Planung die Einhaltung von Datenpflege-Richtlinien. Diese Integration unterstützt die Qualität und Integrität der Daten über den gesamten Forschungsprozess hinweg, da von Anfang an die notwendigen Maßnahmen berücksichtigt werden können.
Drittens fördert eine solide Planung die Transparenz und Offenheit in der Forschung. Sie unterstützt die Verantwortung, öffentlich finanzierte Forschungsprodukte der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und trägt somit zur Vertrauensbildung und Rechenschaftspflicht in der Wissenschaft bei.
Schließlich trägt die transparente und offene Bereitstellung von Forschungsdaten zum Return on Investment bei. Dies bedeutet, dass durch die Zugänglichkeit vorhandener Daten neue Forschungsmöglichkeiten geschaffen werden und gleichzeitig verhindert wird, dass unbeabsichtigte Redundanzen in der Forschung entstehen.
Zusammenfassend dient die Planung im FDM dazu, den Wert der Forschungsdaten zu maximieren, die Effizienz in der Forschung zu steigern und die Integrität der wissenschaftlichen Praxis zu unterstützen.
Daten langfristig zugänglich und nutzbar machen
Frühzeitige Planung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass in weiterer Forschung Datenpflege-Richtlinien eingehalten werden
Transparenz und Offenheit
Return on Investment
Aktivitäten der Planung
Die Aktivitäten der Planung im Rahmen des FDM umfassen verschiedene wichtige Schritte. Die primären Funktionen der Planung bestehen darin, geeignete Methoden auszuwählen und einen angemessenen Förderrahmen für das Forschungsprojekt festzulegen. Ein zentraler Aspekt ist die Ausarbeitung eines Datenmanagementplans, der die Anforderungen des FDM berücksichtigt. Hierbei kann das nützliche Tool RDMO als unterstützendes Instrument dienen, um einen strukturierten Plan zu erstellen.
Die Klärung ethischer und rechtlicher Rahmenbedingungen spielt eine bedeutende Rolle innerhalb der Planungsaktivitäten. Diese umfassen die Auseinandersetzung mit Fragen zur Datenverarbeitung, zum Datenschutz und zur Datennutzung, um sicherzustellen, dass alle relevanten Vorschriften und Bestimmungen beachtet werden.
Ein weiterer essentieller Schritt ist die Zuweisung von Verantwortlichkeiten und die Festlegung spezifischer Rollen im Zusammenhang mit dem FDM. Diese klare Aufgabenverteilung gewährleistet, dass die Handhabung der Forschungsdaten auf verantwortungsbewusste Weise erfolgt und alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden.
Ebenfalls integral ist die Prüfung der Möglichkeit zur Nachnutzung bereits bestehender Daten. Dieser Schritt trägt dazu bei, vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen, die Forschungseffizienz zu steigern und unbeabsichtigte Redundanzen zu vermeiden.
Zusammengefasst beinhalten die Aktivitäten der Planung eine Bandbreite von Schritten, die sicherstellen sollen, dass Forschungsdaten gemäß bewährter Praktiken verwaltet werden. Gleichzeitig werden ethische und rechtliche Anforderungen erfüllt und eine klare Struktur für den Verlauf der Forschungsarbeit etabliert.
Primäre Funktionen sind Methodenauswahl und Festlegung eines adäquaten Förderrahmens
Datenmanagementplan unter Rücksichtnahme der Anforderungen ausarbeiten
Klärung der ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen
Verantwortlichkeiten und spezifische Rollen für FDM müssen geklärt werden
Prüfung auf Möglichkeit zur Nachnutzung bestehender Daten
Trainingsmaterialien: Planung des Forschungsvorhabens [1]
Animiertes Reifegradmodell
Reifestufen
Level |
Reifestufe |
Charakteristik |
|---|---|---|
Level 1 |
Einstieg |
Die Planung des FDM wird intuitiv und ad hoc ausgeführt. |
Es sind keine festgeschriebenen Arbeitsabläufe für das FDM im Rahmen der Planung auf Projektebene beschrieben. |
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Es sind keine Werkzeuge und Software, die im Rahmen des FDM für die Planung eingesetzt werden, festgelegt. |
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Level 2 |
Geführt |
Es werden auf Projektebene die datenmanagementbezogenen Inhalte der Planung festgelegt und durchgeführt. |
Es werden auf Projektebene notwendige Ressourcen für das FDM im Rahmen der Planung definiert und eingesetzt. |
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Forschende wissen, wie die Datenmanagementplanung durchgeführt werden soll und es stehen notwendige Ressourcen zur Verfügung. |
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Level 3 |
Definiert |
Die datenmanagementbezogenen Inhalte der Planung werden nach domänenspezifischen Standards und Richtlinien ausgelegt. |
Es werden in der Domäne etablierte Tools und Werkzeuge für das FDM im Rahmen der Planung identifiziert und angewendet. |
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Forschende orientieren die Datenmanagementplanung an domänenspezifischen Standards und etablieren diese in der Umsetzung im Rahmen des Projektes. |
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Level 4 |
Quantitativ geführt |
Es werden Qualitätskriterien für die Planung definiert und etabliert. |
Die datenmanagementbezogenen Inhalte der Planung werden auf Basis der definierten Qualitätskriterien hin gesichert. |
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Forschende sichern auf Datenmanagementebene die Umsetzung der Planung hinsichtlich definierter Qualitätskriterien. |
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Level 5 |
Optimierend |
Auf Datenmanagementebene wird die Umsetzung der Planung proaktiv optimiert und kontinuierlich verbessert (inhaltlich und technisch). |
Es werden Best Practices und Verbesserungen für das FDM in der Planung entwickelt und mit der domänenspezifischen Community geteilt. |
Level 1
Die Datenmanagementplanung läuft intuitiv ab
Es wird intuitiv ein DMP erstellt und ausgefüllt (ad hoc)
Die Ausführung ist abhängig von individuellen Motivation der Forschenden
Level 2
Ziele |
Praktiken |
Empfehlungen/weitere Materialien |
|---|---|---|
1.2.1 (methodisch) Ich kenne bis zum Projektstart, Anforderungen und Vorgaben des/der Stakeholder bezüglich des FDM in meinem Projekt. |
Ich nutze die Informationsmaterialien des/der Stakeholder, um die Anforderungen und Vorgaben für meine Forschungsmethode(n) im Projekt zu ermitteln. |
Zum Teil gibt es an Ihrer Universität oder Forschungseinrichtung Leitlinie zum Forschungsdatenmanagement. Gleiches gilt für Fördergeber, bspw. die DFG |
1.2.2 (methodisch) Ich plane bis zum Projektstart eine DMP-Vorlage, die relevante Kernbereiche des FDM in meinem Projekt erfasst (Beschreibung, Dokumentation, Speichern/Sichern, Recht/Ethik, Archivierung, Verantwortlichkeiten/Ressourcen). |
Ich benutze eine DMP-Vorlage des/der Stakeholder, um den DMP für mein Projekt zu erstellen. |
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Ich erstelle eine eigene DMP-Vorlage, um den DMP für mein Projekt zu erstellen (unter Beachtung der Anforderungen und Vorgaben; Beachte relevante Kernbereiche). |
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1.2.3 (methodisch) Ich plane bis zum Projektstart die Arbeitsabläufe im FDM für mein Projekt (für Ziele, Prioritäten und den Umfang des FDM; Bezug zu vorher definierten Kernbereichen der Vorlage). |
Ich plane und definiere Strategien zur Steuerung der Arbeitsabläufe in den Kernbereichen meines DMP (Inhalte sowie benötigte Ressourcen für die Kernbereiche). |
|
1.2.4 (technisch) Ich erstelle bis zum Projektstart meinen DMP mit einem ausgewählten Werkzeug (basierend auf der DMP-Vorlage mit Anforderungen und Vorgaben). |
Ich benutze für die Erstellung des DMP ein vom Stakeholder vorgegebenes Werkzeug (Hard- oder Software). ODER |
Zum Teil werden Ressourcen und FDM-Systeme von Ihrer Universität oder Forschungseinrichtung empfohlen oder betrieben, richten Sie sich an ihre FDM-Beratungstelle |
Ich benutze für die Erstellung des DMP ein von mir ausgewähltes Werkzeug (Hard- oder Software). |
Level 3
Ziele |
Praktiken |
Empfehlungen/weitere Materialien |
|---|---|---|
1.3.1 (methodisch) Mein FDM bezieht bis zum Projektstart neben den Anforderungen und Vorgaben des/der Stakeholder auch domänen- und communityspezifische Standards im Rahmen des Projekts ein. |
Ich identifiziere Standards in der Domäne und Community für relevante FDM-Bereiche in meinem Projekt (Bezug zu Forschungsmethode(n) im Projekt). |
|
1.3.2 (methodisch) Ich besitze bis zum Projektstart eine DMP-Vorlage, die auf domänen- und communityspezifische Standards basiert. |
Ich benutze eine DMP-Vorlage, die auf genutzten Standards des/der Stakeholder basiert (standardisierte DMP-Vorlage). |
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Ich erstelle eine DMP-Vorlage, die domänen- oder communityspezifische Standards für die Forschungsmethode(n) in meinem Projekt einbezieht (unter Beachtung der Anforderungen und Vorgaben). |
||
1.3.3 (technisch) Ich plane bis zum Projektstart, die Arbeitsabläufe im FDM für mein Projekt nach domänen- oder communityspezifischen Standards. |
Ich plane und definiere Strategien zur Steuerung der Arbeitsabläufe basierend auf domänen- oder communityspezifischen Standards. |
|
1.3.4 (technisch) Ich erstelle bis zum Projektstart meinen DMP mit einem domänen- und communityspezifischen Werkzeug. |
Ich benutze für die Erstellung des DMP ein in der Domäne oder Community etabliertes Werkzeug (Hard- oder Software). |
|
Ich wähle für die Erstellung des DMP ein Werkzeug aus, das mit domänen- und communityspezifischen Standards konform ist (Hard- oder Software). |
Level 4
Ziele |
Praktiken |
Empfehlungen/weitere Materialien |
|---|---|---|
1.4.1 (methodisch) Mein DMP ist während des Projekts ein lebendes Dokument und wird laufend anhand von Qualitätszielen aktualisiert und mit Tools angepasst. |
Ich beginne mit der Erstellung des DMP vor der Datenerhebung und aktualisieren ihn, sobald genauere Informationen zu Datentypen, -quellen, -volumen und -formaten bekannt werden. |
|
Ich erstelle und pflege ein Revisionsprotokoll, das Änderungen des DMP im Zuge des Projekts erfasst. |
||
Ich definieren im DMP klar die Rollen und Verantwortlichkeiten für alle FDM-Aufgaben, einschließlich der DMP-Überwachung und -Aktualisierung. |
||
1.4.2 (methodisch) Ich identifiziere und operationalisiere Qualitätsziele, die von der Funktion und dem Kontext des FDM abhängen und ein möglichst hohes Maß an Objektivität besitzen (inhaltliche Relevanz; Bezug zu Anforderungen der Stakeholder und Community). |
Ich identifiziere und etabliere explizite Qualitätskriterien für den DMP in meinem Projekt, die innerhalb der Community ausgehandelt und anerkannt sind. |
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Ich integriere Verfahren zur Qualitätssicherung des DMP, die von der Community oder den Förderorganisationen geforderten oder anerkannt sind. |
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Ich lasse den DMP basierend auf den Qualitätskriterien durch Fachpersonal/externe Prüfer evaluieren. |
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1.4.3 (methodisch) In meinem FDM gibt es bis zum Projektstart klare und messbare Qualitätsziele, die in meiner Community anerkannt sind und mit denen ich die Qualität des DMP in meinem Projekt messen kann (Vollständigkeit; Bezug zu Strategie). |
Ich nutze für die Bewertung der Kernbereiche im DMP Messkriterien, die in der Community oder durch Fördergeber anerkannt und etabliert sind (Fragebögen, Checklisten, etc.). |
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Ich definiere qualitative und quantitative Messkriterien für die Kernbereiche des DMP, mit denen ich den Ist- und Soll-Zustand evaluieren kann. |
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Ich implementiere einen Qualitätsmessprozess zur Überprüfung des DMP (Aufnahme Ist-Zustand, Messung der Kernbereiche, Analyse der Messergebnisse, Berichterstattung und Diskussion der Ergebnisse innerhalb einer Expertengruppe). |
||
1.4.4 (technisch) Ich besitze bis zum Projektstart Werkzeuge zur Qualitätsprüfung des DMP im Projekt. |
Ich nutze für die Erstellung und Pflege des DMP (digitale) DMP-Tools, die eine kontinuierliche Aktualisierung und ein aktives Datenmanagement unterstützen. |
Level 5
Ziele |
Praktiken |
Empfehlungen/weitere Materialien |
|---|---|---|
1.5.1 (methodisch) Ich trage aktiv und dauerhaft zur dynamischen Entwicklung von Standards, Best-Practices und Verbesserungen für die Planung des FDM in der Community bei. |
Ich achte auf die Einhaltung expliziter Qualitätsstandards und beteilige mich an der Entwicklung neuer Standards für die Planung in der Community, sofern eine Lücke hinsichtlich dieser besteht. |
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Ich trete Arbeitsgruppen und Konsortien bei, die bei der Entwicklung und Austausch des FDM mitwirken. |
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Ich teile und diskutiere Arbeits(zwischen-)Ergebnisse und DMP-Vorlagen für die Planung aktiv mit der Community. |
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Ich wirke bei dem Erstellen und Teilen von Fragenkatalogen zum Fachbereich meiner Forschungsmethode mit. |
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1.5.2 (methodisch) Ich optimiere und verbessere kontinuierlich meine methodischen und technischen Ziele, im Rahmen der Planung des FDM auf DM-Ebene. |
Ich nutze kontinuierlich alle mir zur Verfügung stehenden Kompetenzen und Ressourcen in der Domäne oder Community, um mein FDM auf den neusten Stand aufzuarbeiten. |
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Checkliste
Weiterführende Materialien
Auf der Internetseite Forschungsdaten.info sind weiterführende Informationen zu finden.
DFG Umgang mit Forschungsdaten
Referenzen
[1] Diese Trainingmaterialien sind entstanden im Rahmen der NFDI4Ing Special Interest Group RDM Training & Education.